Eindeutig zweideutig

Nor­der­ney. (Anja R. Lam­pert)

Mehr­fach­be­lich­tun­gen sind in der Foto­gra­fie nicht son­der­lich wohl­ge­lit­ten. Sie gel­ten als Miss­ge­schick, als Feh­ler, als Aus­schuss. Dabei sind sie bei Licht bese­hen alles ande­re als das, wie Anja hier unter Beweis stellt.

Die Dop­pel- oder Mehr­fach­be­lich­tung zeigt viel­fach eine viel wah­re­re Wahr­heit als das mehr oder weni­ger kom­po­nier­te Ein­zel­bild. Eigent­lich besteht doch das gan­ze Leben aus Mehr­fach­be­lich­tun­gen, aus Über­la­ge­run­gen, Schich­ten und Schich­tun­gen. Das rei­ne, ein­deu­ti­ge Bild, die Nota­ti­on, ist doch, falls es dies über­haupt gibt, eher sel­ten. Kon­no­ta­ti­on ist die Regel. Und wenn das gewoll­te Bild auch ver­meint­lich unmiss­ver­ständ­lich, mini­mal daher­kommt, ist es doch gestal­tet. Und sei es auch nur durch Weg­las­sen.

So betrach­tet, sind Mehr­fach­be­lich­tun­gen nicht zufäl­li­ge Erzeug­nis­se, son­dern viel­mehr Varia­tio­nen eines kom­ple­xe­ren, aber voll­kom­men logi­schen Abbilds der Welt.

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar